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Terragon Presseschau Januar | 2017

Inkrafttreten der Pflegereform 2017

Inkrafttreten der Pflegereform 2017

Die zweite Stufe der Pflegereform, das sogenannte Pflege-Stärke-Leistungs-Gesetz, ist am 1.1.2017 in Kraft getreten. Der RBB fasst in seiner Rubrik „Apropos Wirtschaft“ vom 7.1. die wesentlichen Aspekte der Neuerungen zusammen. Statt der bisherigen drei Pflegestufen gebe es künftig fünf Pflegegrade. Zentral sei dabei ein erweiterter Begriff von Pflegebedürftigkeit. Nach den neuen Regeln werde stärker auf die gesamte Lebenssituation des einzelnen Pflegebedürftigen geschaut. Ferner gehe die Abhängigkeit von personeller Hilfe und der Grad der Selbständigkeit künftig stärker in den Bemessungsmaßstab ein. Das komme insbesondere Menschen zugute, die ihren Alltagsablauf nicht mehr allein regeln könnten, unter anderem auch an Demenz erkrankten. Diese erhielten seit diesem Jahr von der Pflegekasse gut 600 Euro mehr als zuvor. Vor allem Heimbewohner könnten jedoch künftig bis zu 300 Euro weniger erhalten als nach dem alten Schema. Für alle, die einen entsprechenden Antrag dafür noch im alten Jahr gestellt haben, gelte eine Art Bestandsschutz. Sogenannte Altfälle dürften nicht schlechter gestellt sein als vorher. Die neue Einstufung gelte allerdings für Pflegebedürftige, die nach dem Jahreswechsel ins Pflegeheim gezogen seien.

 

Deutsche wollen früher in Rente gehe

 

Die Deutschen möchten einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK zufolge möglichst früh aufhören zu arbeiten. Dies berichtet DIE WELT online am 30.12. Der Wunsch nach einem zeitigen Renteneintritt ziehe sich dabei durch alle Gesellschaftsschichten. Im Durchschnitt erhoffen sich die Deutschen ein Renteneintrittsalter von ca. 60 Jahren. Den Ergebnissen der Umfrage zufolge könnten sich weniger als 5 % der Befragten vorstellen, erst mit 67 Jahren in Rente zu gehen. Im Gegenteil: Mehr als 83 % würden sich ein Ausscheiden aus dem Erwerbsleben noch vor dem 65. Lebensjahr wünschen. Dies stehe den politischen Bestrebungen gegenüber, das Renteintrittsalter zunehmend anzuheben. So hätten etwa die Wirtschaftsweisen in ihrem aktuellen Jahresgutachten eine schrittweise Erhöhung auf 71 Jahre vorgeschlagen.

 

Kritik an Sexualassistenz für Pflegebedürftige

 

Die FAZ berichtet am 8.1. über Kritik an dem Vorschlag der pflegepolitischen Sprecherin der Grünen Elisabeth Scharfenberg, Pflegebedürftigen und Schwerkranken künftig eine Sexualassistenz zu finanzieren. Zahlreiche Experten hielten dies für menschenverachtend. So kommentiere der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, eine von Kommunen geförderte Prostitution für Pflegebedürftige kritisch: „Wer täglich damit zu kämpfen hat, beim Stuhlgang, Waschen und Essen Hilfe zu erhalten, hat andere Sorgen.“

 

Servicehaus für Senioren

 

In Bolzum wird durch die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ein Servicehaus für Senioren errichtet. Das schreibt die HANNOVERSCHE ALLGEMEINE am 9.1. Vorgesehen seien Wohnungen für insgesamt zwölf Personen, eine betreute Wohngemeinschaft und eine Tagespflege vor allem für Demenzkranke. Das insgesamt vierte Servicehaus der AWO Jugend und Sozialdienste GmbH solle auf einem 2.000 qm großen Areal an der Marktstraße entstehen. Das Konzept sehe gemeinschaftliches Wohnen im Gegensatz zum betreuten Wohnen vor. Auf die Selbstständigkeit der Bewohner werde großen Wert gelegt. Der Baubeginn sei noch offen, mit der Fertigstellung werde aber für Ende 2018, Anfang 2019 gerechnet.

 

Investitionen in deutsche Pflegeheime so hoch wie noch nie

 

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 12.1. schreibt, war das Transaktionsvolumen im Pflegeheimsegment im Jahr 2016 so groß wie nie zuvor. Nach Zahlen von CBRE sei das Transaktionsvolumen gegenüber dem Vorjahr von 834 Mio. Euro auf das Rekordniveau von 3 Mrd. Euro gestiegen. Der Anteil von Seniorenimmobilien am gesamten Transaktionsgeschäft mit Gewerbeimmobilien (ca. 53 Mrd. EUR) sei damit auf 6 % gestiegen. Ein zentraler Grund sei die vergleichsweise hohe Nettoankaufsrendite von 5,5 %. Außerdem fielen großvolumige Portfolio-Einzeltransaktionen ins Gewicht. Wie zudem CASH.ONLINE am 13.1. berichtet, stammt mit 1,8 Mrd. Euro (61 %) der überwiegende Teil des investierten Kapitals aus dem Ausland, vor allem aus Frankreich (46 %). Jan Linsin von CBRE sehe in Pflegeheimen wegen der massiv steigenden Anzahl älterer Menschen in Deutschland einen längerfristigen Wachstumsmarkt: „Es wird weiterhin einen hohen Investitionsbedarf im Bereich der Pflegeimmobilien geben.“ Für 2017 prognostiziere CBRE ein Transaktionsgeschäft in Höhe von 1 Mrd. Euro.

 

Ende 2015 waren mehr als 300.000 Menschen in Niedersachsen pflegebedürftig

 

Bis zum Jahresende 2015 erhielten in Niedersachsen 317.568 Personen Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz. Das schreibt das MITTELRHEIN TAGEBLATT am 12.1. Nach Zahlen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) sei die Zahl gegenüber dem Jahresende 2013 um insgesamt 10,2 % angestiegen. Der größte Teil der Pflegebedürftigen (146.377 Personen) habe ausschließlich Pflegegeld bezogen und sei überwiegend von Angehörigen zu Hause gepflegt worden. Der Mehrheit der Pflegebedürftigen, ob zu Hause oder in Heimen betreut, sei die Pflegestufe I zugewiesen worden.

 

Zu Hause Wohnen Im Alter

 

Die BADISCHE ZEITUNG berichtet am 14.1. über die Ergebnisse der Umfrage „Gut leben für alle in Hinterzarten – eine Frage der Lebensqualität“. Ziel der Umfrage sei es gewesen, die Bedürfnisse der Bürger zu erkennen und daraus die richtigen Weichenstellungen für die kommunale Daseinsvorsorge abzuleiten. Zentrales Ergebnis sei nach Ansicht des Bürgermeisters Klaus-Michael Tatsch, dass kein großes Pflegeheim gewünscht sei. Vielmehr sei nach Meinung der Umfrageleiterin bei Planung und Bau von neuen Wohngebieten auf Barrierefreiheit zu achten sowie auf eine gute Mischung der Wohnformen. Beispiele seien betreutes Wohnen oder Pflegewohngruppen, kleine Mehrgenerationen-Quartiere und Bürgertreffs.

 

Wohnprojekt mit Vorzeigecharakter

 

In den vergangenen zwei Jahren stieg die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Mecklenburg-Vorpommern laut dem Statistischen Amt um mehr als 9% auf ins-gesamt fast 80.000 (5% der Bevölkerung). Das schreibt NDR.DE am 21.12. Mehr als 75% der Pflegebedürftigen würden daheim betreut. In den landesweit 369 Pflegeeinrichtungen lebten derzeit knapp 19.000 Menschen.

 

Mehr Menschen in Deutschland pflegebedürftig

 

Bis Ende des Jahres 2015 sind in Deutschland 2,86 Mio. Menschen pflegebedürftig gewesen. Die Zahl der Pflegebedürftigen ist damit seit dem Jahr 2005 um 730.000 Personen gestiegen, berichtet die ÄRZTE ZEITUNG am 16.1. Das gehe aus neuen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Allein im Vergleich zum Jahr 2013 ergebe sich ein Anstieg von 234.000 Pflegebedürftigen (+ 8,9 Prozent). Mit 64 Prozent bildeten Frauen die Mehrheit. Während noch bis zum Jahr 2005 ein Trend zur stationären Pflege festzustellen gewesen sei, sei die Zahl der in den eigenen vier Wänden versorgten Pflegebedürftigen seit 2013 um 11,6 Prozent auf 2,08 Millionen gestiegen.

 

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