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Studie: Kaum altengerechte Wohnungen in neuen Bundesländern

  • Nur 1,6 Millionen Wohnungen mit altersgerechtem Aufzug
  • 400.000 Wohngebäude müssten mit Aufzug nachgerüstet werden
  • Erforderliches Investtonsvolumen von 32 Milliarden Euro
  • 86% der Seniorenhaushalte fehlt eine Wohnung mit altersgerechtem Aufzug

Berlin / Hamburg, 12.11.2014. In Deutschland müssen zehn Millionen Senioren-Haushalte in Wohnungen leben, die keinen altersgerechten Aufzug haben. Etwa 400.000 Wohngebäude müssten nachträglich mit einem Aufzug ausgestatet werden, um ausreichend Wohnungen mit barrierefreiem Aufzug für Senioren bereitstellen zu können. Die Kosten dafür belaufen sich auf insgesamt 32 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Aufzugsarmut: Wie altersgerecht sind Deutschlands Wohnhäuser?“ vom Projektentwickler Terragon und der Aufzugsberatung Hundt Consult in Kooperaton mit ImmobilienScout24. Die Studie ist online abrufar unter htp://www.hundt-consult.de/downloads/pdf/aufzugsstudie.pdf

Ähnlich schlechte Aufzugsquoten im Osten

Bei altersgerechten Aufzügen ist die Situaton in Ostdeutschland nur marginal schlechter als in den westdeutschen Städten. Jena (13,2 Prozent) und Dresden (12,7 Prozent) sind sogar unter den Top 20. Potsdam ist mit 8,8 Prozent schon deutlich schlechter versorgt. In Halle an der Saale und Leipzig haben etwa vier Prozent der Wohnungen einen altersgerechten Aufzug.

Senioren-Mekka Görlitz schneidet schlecht ab Besonders wenige Aufzüge hat Görlitz. Die sächsische Grenzstadt in der Oberlausitz ist bei Senioren aus ganz Deutschland als Alterswohnsitz sehr beliebt. Mit 5,8 Prozent haben allerdings nur sehr wenige Wohnungen überhaupt einen Aufzug, ganz zu schweigen von einem altersgerechten Aufzug.

Deutschlandweit verfügen nur schätzungsweise 1,6 Millionen von insgesamt etwa 21 Millionen Wohnungen in Gebäuden mit drei oder mehr Wohneinheiten über einen altersgerechten Aufzug. „Dass nur eine so geringe Zahl von Wohnungen per Aufzug erreichbar ist, ist angesichts der bevorstehenden Bevölkerungsentwicklung ein dramatsches Alarmzeichen“, sagt Dr. Michael Held, Geschäfsführer von Terragon. Da die Zahl der Senioren der Altersgruppe 65+ von derzeit etwa 17 Millionen um rund 36 Prozent auf fast 23 Millionen im Jahr 2060 ansteigen werde, seien in Zukunf noch mehr Menschen auf einen altersgerechten Aufzug angewiesen. „Denn jede barrierefreie Wohnung, sofern sie nicht ebenerdig gelegen ist, braucht einen Zugangsweg mit Aufzug – anderenfalls ist sie von vornherein ungeeignet für das Wohnen im Alter“, sagt Held. Zu bedenken sei auch, dass es in der Altersgruppe der über 65-Jährigen in Deutschland rund 3,7 Millionen Menschen gebe, deren Bewegungsfreiheit alters- und gesundheitsbedingt eingeschränkt sei. „Selbst für diese Gruppe fehlen uns aktuell 2,1 Millionen Wohnungen mit altersgerechtem Aufzug“, so Held.

Daher ist es notwendig, 400.000 Wohngebäude mit einem Aufzug nachzurüsten. „Auf den ersten Blick wirkt das hierfür nötge Investtonsvolumen von 32 Milliarden Euro sehr hoch. Die Investton dürfe sich aber für die Wohnhaus-Eigentümer schnell amortsieren, da eine Wohnung mit Aufzug einen Mietaufschlag rechtertgt“, ist sich Oliver Hundt, Geschäfsführer von Hundt Consult, sicher.

Berlin und Dresden top, Düsseldorf und Leipzig fop

Von insgesamt 418 untersuchten deutschen Städten haben Freiburg mit 18,3 Prozent, Fulda mit 16,9 Prozent und Karlsruhe mit 16,7 Prozent den höchsten Anteil an altersgerechten Aufzügen in Wohnhäusern. In deutschen Metropolen ist diese Quote meist nur einstellig. Am besten stehen Berlin mit 11,5 Prozent und München mit 10,4 Prozent da. Stutgart (8,9 Prozent), Köln (8,8 Prozent), Frankfurt (7,9 Prozent) und Hamburg (6,8 Prozent) fallen deutlich von den Spitzenreitern ab. Das Schlusslicht bildet Düsseldorf mit fünf Prozent. Keine der sieben Immobilienhochburgen schaft es bei diesem Ranking unter die Top 20 der Städte mit der höchsten Quote an Wohnungen mit altersgerechtem Aufzug. Berlin ist auf Rang 26 die erste deutsche Großstadt, gefolgt von München auf Rang 41 und Stutgart auf Platz 64. Sehr unterschiedlich ist das Bild bei den beiden ostdeutschen Metropolen: Während Dresden mit 12,7 Prozent auf Rang 19 landet, muss sich Leipzig (4,1 Prozent) mit Rang 286 zufriedengeben.

Zur Methodik

Die Studie basiert auf Daten von ImmobilienScout24, Schätzungen von Hundt Consult und öfentlich zugänglichen Daten des deutschen Bundesamtes für Statstk. Der Anteil an Wohnungen mit Aufzug bzw. altersgerechtem Aufzug für 418 deutsche Städte basiert auf Objekten, die auf ImmobilienScout24 zur Miete oder zum Kauf angeboten wurden. Als altersgerecht wird ein Aufzug eingestuf, wenn der Inserent bei ImmobilienScout24 angegeben hat, dass es einen stufenlosen Zugang zur Wohnung gibt. Die Anzahl der Wohnungen in Gebäuden mit drei und mehr Wohneinheiten wurde aus der Ergebnisdatenbank des Zensus 2011 abgerufen. Wohnheime wurden dabei nicht mitgezählt. Aus dem Anteil an Wohnungen mit altersgerechtem Aufzug und der Anzahl aller Wohnungen in Gebäuden mit mindestens drei Einheiten wurde die Anzahl der Wohnungen mit altersgerechtem Aufzug berechnet. Um zu erfahren, wie viele Wohnungen mit altersgerechtem Aufzug aktuell benötgt werden, wurde aus der Anzahl der Personen in der Altersgruppe 65+ geschätzt, wie viele Haushalte diese bilden.

Aufzugsarmut: 86 Prozent der Seniorenhaushalte in Deutschland haben keine Wohnung mit altersgerechtem Aufzug

Aufzugsarmut: 86 Prozent der Seniorenhaushalte in Deutschland haben keine Wohnung mit altersgerechtem Aufzug

Bundesland Seniorenhaushalte Fehlende Wohnungen mit altersgerechtem Aufzug Anteil Seniorenhaushalte ohne Wohnung mit altersgerechtem Aufzug
Deutschland 11.590.620 9.987.854 86%
Baden-Würtemberg 1.442.100 1.228.404 85%
Bayern 1.686.360 1.399.515 83%
Berlin 452.640 265.062 59%
Brandenburg 388.470 333.100 86%
Bremen 97.290 85.149 88%
Hamburg 230.460 183.139 79%
Hessen 832.140 738.814 89%
Mecklenburg-Vorpommern 249.780 237.239 95%
Niedersachsen 1.130.910 1.045.924 92%
Nordrhein-Westalen 2.489.520 2.250.852 90%
Rheinland-Pfalz 563.730 460.603 82%
Saarland 153.870 144.960 94%
Sachsen 707.250 515.664 73%
Sachsen-Anhalt 389.850 372.776 96%
Schleswig-Holstein 420.900 397.413 94%
Thüringen 355.350 329.239 93%

Über TERRAGON

TERRAGON Investment GmbH mit Sitz in Berlin ist ein deutschlandweit agierender Projektentwickler von Senioren- und Wohnimmobilien. Das Unternehmen wurde im Jahre 1995 von Dr. Michael Held gegründet und wird von diesem bis heute geführt. Zum Tätigkeitsfeld der TERRAGON Investment GmbH gehören Projektentwicklung, Projektmanagement, Wohnbau und Vertrieb.