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Handlungsbedarf bei altersgerechten Wohnungen

  • Unterschätzte Bedeutung
  • Altersgerechtes Bauen stärker fördern
  • Beitrag von Michael Held, Geschäftsführer von TERRAGON INVESTMENT

Berlin, 19.12.2014. Politik, Immobilienbranche und Öffentlichkeit unterschätzen die Bedeutung des Baus von altengerechten Wohnungen, sagt Michael Held, Geschäftsführer von Terragon Investment. Dabei nimmt der Bedarf zu.

Die energetische Sanierung von Wohnimmobilien ist in aller Munde und es werden immer neue Forderungen nach einer stärkeren staatlichen Subventionierung erhoben. Die Standards für die Energieeffizienz beim Neubau werden ständig angehoben, wobei zweifelhaft ist, wie hoch der Grenznutzen tatsächlich ist.

Dagegen wird die Bedeutung des Baus von altengerechten Wohnungen von Politik, Immobilienbranche und Öffentlichkeit erheblich unterschätzt. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dem Geschäftsbericht der KfW Bankengruppe zufolge wurde das energieeffiziente Sanieren und Bauen im Jahr 2013 mit 10,4 Milliarden Euro gefördert, der altengerechte Umbau dagegen nur mit 408 Millionen Euro. Das heißt: Für das Thema Energieeffizienz gab es einen mehr als 25 Mal höheren Förderbetrag als für das Thema altengerechten Umbau.

Erheblicher bedarf laut Bundesinstitut

Dabei besteht ein ganz erheblicher Bedarf an altengerechten Wohnungen, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bauen und Reaktorsicherheit ergab: Laut dieser Studie könnte 15 Prozent der Bewohner von Pflegeheimen ein Heimaufenthalt erspart werden, wenn mehr für den altengerechten Umbau getan würde. Die Studie beziffert den Einspareffekt für den Staat und für die privaten Haushalte auf 5,2 Milliarden Euro. Dieser mögliche Einsparbetrag steige bis zum Jahr 2030 sogar auf 7,5 Milliarden Euro, so die Verfasser der Studie. Nur 5,2 Prozent der Menschen, die älter als 65 Jahre sind, wohnen laut einer vom Kuratorium Deutsche Altershilfe durchgeführten Untersuchung zum Thema „Wohnen im Alter“ in altersgerechten Wohnungen. Und nur 7,7 Prozent der Seniorenhaushalte mit pflegebedürftigem Mitglied wohnen in einer altengerechten Wohnung.

Das KfW-Programm „Altersgerecht umbauen“ ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn während 2009 bis 2011 nur 53.000 Wohnungen entsprechend umgebaut wurden, beträgt der akute Bedarf altersgerechter Wohnungen laut einer aktuellen Prognos-Studie rund 2,05 Millionen. Die meisten alten Menschen wissen entweder nichts von den Fördermöglichkeiten oder die Eigenmittel fehlen beziehungsweise die Förderungen fallen zu gering aus. Anders lässt es sich nicht erklären, dass 83 Prozent der Pflegebedürftigen, für die die Förderungen interessant waren, diese nicht beantragt haben.

Der Umbau von Bestandswohnungen ist auch nur bedingt möglich. Hauptursache für Einschränkungen des Bestandsumbaus sind der barrierefreie Zugang zum Haus und zur Wohnung, die Umgestaltung des Wohnungsgrundrisses, der wegen der tragenden Wände oft unmöglich ist, sowie die Schwierigkeit des Einbaus einer schwellenfreien Dusche. Diese Umbauten sind technisch anspruchsvoll und mit hohen Kosten verbunden. Daher ist eine verstärkte Förderung des Neubaus von altengerechten Wohnungen dringend geboten.

Auch die oben zitierte Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt und Raumforschung lässt keine Zweifel daran, dass deutlich mehr getan werden muss als bisher: „Die Ergebnisse der vorliegenden Studie“, so sagen es die Verfasser selbst, „liefern eindeutige Argumente für eine Ausweitung der staatlichen Förderung sowohl in Form des KfW-Programms als auch nach SGB XI und dabei insbesondere für eine Reduktion des privat zu tragenden Anteils.“

In der Vergangenheit haben sich Zuschüsse und zinsverbilligte Kredite jedoch nur bedingt als nützlich erwiesen. Ein ausreichender Impuls könnte hingegen durch die Aufnahme des Neubaus in das KfW-Förderprogramm erzielt werden, wenn dies in Kombination mit Zinsverbilligung und Baukostenzuschuss erfolgt, da die Baukosten für Barrierefreiheit um rund 10 bis 15 Prozent höher liegen. Damit wäre für Investoren ein Anreiz geboten, in diesem Segment verstärkt zu investieren, damit neuer, altengerechter Wohnraum geschaffen wird.

Von: Michael Held.

Über TERRAGON

TERRAGON Investment GmbH mit Sitz in Berlin ist ein deutschlandweit agierender Projektentwickler von Senioren- und Wohnimmobilien. Das Unternehmen wurde im Jahre 1995 von Dr. Michael Held gegründet und wird von diesem bis heute geführt. Zum Tätigkeitsfeld der TERRAGON Investment GmbH gehören Projektentwicklung, Projektmanagement, Wohnbau und Vertrieb. 

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