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Neues von und über TERRAGON

Auf einen Blick: Alle News und aktuellen Projekte

Ob Pressemitteilungen für Journalisten, Newsletter für unsere Kunden oder aktuelle Projekte für potenzielle Kunden: An dieser Stelle bieten wir aktuelle Informationen zu TERRAGON aus erster Hand. In unserem Pressespiegel finden Sie eine Auswahl an Artikeln, die von und über TERRAGON in den vergangenen Monaten erschienen sind. In unserem Newsletter „Modernes Wohnen im Alter“ beschäftigen wir uns immer vertieft mit wenigen Themen rund um demografiefestes, barrierefreies Bauen. Wenn Sie Informationen suchen, die Sie hier nicht finden, dann zögern Sie bitte nicht, uns anzusprechen!


TERRAGON BLOG

In unserem Blog finden Sie zum Thema barrierefreien und altersgerechten Wohnen aktuelle Beiträge und Berichte aus unserem Themenscreening aus den landesweiten Medien. Lassen Sie sich rund um die Barrierefreiheit informieren und nutzen das Anmeldeformular zu unserer monatlichen Presseschau.

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29.08.2017 Blogbeitrag - Digitales Projekt für integrative Versorgung

Digitalisierung im medizinischen Bereich

Beim Begriff Industrie 4.0 gilt der erste Gedanke meist Big Data, virtueller Realität oder autonomem Fahren. Die digitale Vernetzung ist jedoch auch in der Medizin und in der Pflege sinnvoll, zum Beispiel, um eine ganzheitliche Betreuung zu erreichen. Insbesondere bei langwidrigen oder altersbedingten Krankheiten ist ein integrierter Ansatz notwendig, damit alle Dienstleistungen ineinandergreifen und den Betroffenen die bestmögliche Betreuung geboten werden kann.

Von der Gesundheitskarte hin zu OP-Robotern

Die Chipkarte der Krankenkassen war der erste Schritt, inzwischen ist Hightech im Operationssaal Standard. Die präzise Arbeit von Robotern in der Chirurgie verbessert ebenso wie digitale Patientenakten die Behandlung. So werden heutzutage beispielsweise statt großformatiger Röntgenbilder Dateien verschickt, auf die der Patient mittels Online-Zugang auch von zu Hause aus zugreifen kann. Die Zahl der Websites und Internetforen, die Gesundheitsthemen behandeln, steigt. Die Medizin agiert zunehmend digital statt analog und ist dadurch weltweit vernetzt. Das ist für die Pflege ebenfalls wichtig, dort jedoch insbesondere auf regionaler Ebene. Dass dies funktionieren kann, zeigt der Qualitätsverbund Geriatrie Nord-West-Deutschland (QVG NWD), der auf dem 12. Kongress für Gesundheitsnetzwerker für den Aufbau von intersektoralen Strukturen zwischen Krankenhäusern, Ärzten, ambulanter und stationärer Pflege- sowie Reha-Einrichtungen ausgezeichnet wurde.

Mehr Zusammenarbeit in der Pflege

Der QVG NWD setzt in erster Linie auf den persönlichen Kontakt und Austausch zwischen den 55 Mitgliedern, die als Unternehmen zuvor unabhängig voneinander agierten. Regionalgruppen und themenbezogene Arbeitskreise tragen zu einer engen und verbindlichen Zusammenarbeit aller Beteiligten bei. Das Thema E-Health wird durch die Weiterentwicklung der sogenannten elektronischen Fallakte ausgebaut. Beispielsweise ermöglicht der Datenaustausch zwischen Reha-Zentrum und ambulantem Pflegedienst einen nahtlosen Übergang, wenn der Patient wieder zu Hause ist und dort weiter gepflegt wird. Außerdem wird die Qualität der Pflege leistungsträgerübergreifend durch Hospitationen und Befragungen kontinuierlich evaluiert und verbessert.

Die technischen Möglichkeiten zur Vernetzung sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft, was auch darin begründet ist, dass die Frage der Datenspeicherung und -nutzung rechtlich noch nicht geklärt ist. Eine strikte Trennung zwischen ambulanten und stationären Angeboten ist jedoch nicht mehr zeitgemäß. Zudem verbessert eine kooperative Integration die Wettbewerbsfähigkeit und ebnet der Medizin den Weg in die digitale Zukunft.


18.07.2017 Blogbeitrag - Neubau am Bedarf vorbei

Neubau passt nicht zum Bedarf

Der Neubau in Deutschland kommt langsam in Schwung: Dieses Jahr soll die Schwelle von 300.000 fertiggestellten Wohnungen überschritten werden. Das Angebot wächst, offenbar jedoch geradewegs an der Nachfrage vorbei. Damit wird die zuletzt positive Entwicklung der Baugenehmigungen relativiert. Letztere waren dem Statistischen Bundesamt zufolge im Zeitraum Januar bis November 2016 auf 340.000 Bewilligungen gestiegen ‒ der höchste Wert seit 1999.

Großstädte unter Druck

In den Großstädten wird der Mangel immer deutlicher, denn nicht nur Uniabsolventen suchen nach dem Auszug aus dem Studentenwohnheim bezahlbare Ein- bis Zweizimmerwohnungen, anstatt solche mit drei oder vier Räumen. Ähnliches gilt für Senioren und die wachsende Anzahl der Singles. Daher stehen die Mieten und Kaufpreise weiter unter Druck. Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Immobilienspezialisten Deutsche Invest Immobilien sieht auf absehbare Zeit keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt. Bundesweit werden jährlich 385.000 neue Wohneinheiten benötigt, davon 88.000 in den Top-7-Metropolen und 85.600 in begehrten Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Zwischen 2011 und 2015 wurden in Deutschland aber nur 53 Prozent und in den A-Städten sogar nur 32 Prozent des eigentlichen Bedarfs gebaut.

Randlagen können den Mangel nicht ausgleichen

Die Speckgürtel der Metropolen sind zu beliebten Ausweichquartieren geworden, da dort noch Bauflächen für Ein- und Zweifamilienhäuser vorhanden sind, bei erschwinglichem Preisniveau. Der Mangel an Wohnungen mit fünf und mehr Zimmern ist somit am geringsten. Allerdings müssten gerade in den Randlagen mehr Geschosswohnungen entstehen, um den Druck von den Innenstädten zu nehmen. So könnte die Lockerung baurechtlicher Vorgaben die Grundlage für vermehrten Neubau in den Städten bilden. Dadurch ließen sich zum Beispiel Wohnungen leichter aufteilen oder Dachgeschosse aufstocken.


04.07.2017 Blogbeitrag - Hochhäuser aus Holz werden Realität

Neues altes Baumaterial Holz

Während Holz jahrhundertelang als Baumaterial unverzichtbar war, wurde es in den vergangenen Jahrzehnten eher stiefmütterlich behandelt. Der Baustoff galt entweder als alternativ oder avantgardistisch. Durch die Kombination mit Hightech-Materialien ist mittlerweile jedoch eine fast uneingeschränkte Verwendung im Haus- und Wohnungsbau möglich. Das macht insbesondere in Großstädten den Bau von nachhaltigen Wohntürmen attraktiv.

Leicht und kostengünstig

Der Trend stammt aus Norwegen und Schweden, der derzeit höchste Holzwolkenkratzer mit 50 Metern Höhe steht in Bergen. In Wien hat im vergangenen Jahr der Bau des „HoHo Wien“ begonnen, das mit 84 Metern den Rekord brechen will. Den Holzanteil, der bei 75 Prozent liegen soll, wird man dem Haus mit seiner verputzten Fassade dabei nicht ansehen. Insbesondere Hochhäuser lassen sich aus statischen Gründen nicht komplett aus Holz bauen, meist werden daher das Fundament und Versorgungsschächte aus Stahlbeton errichtet. Alle restlichen Bauteile können aus Holz vorgefertigt werden, was sich günstig auf die Kosten auswirkt. Um Stabilität zu gewährleisten und Rissbildung zu vermeiden, werden beispielsweise Eisenoxidpartikel ins Holz eingebracht. Das leichte Material begünstigt Nachverdichtungen wie Ausbauten und Aufstockung von Dachgeschossen, da er die vorhandene Statik weniger belastet als andere Baustoffe.

Umweltfreundlich und nachwachsend

Zahlreiche Baumaterialien, wie Stahlbeton und Aluminium, brauchen viel Energie zur Herstellung, wodurch große Mengen an Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt werden. Holz hingegen bindet während des Wachstums das klimaschädliche Gas; ein Festmeter Fichte entzieht der Umwelt ungefähr eine Tonne CO2. So beeinflusst der verwendete Baustoff maßgeblich die Klimabilanz von Bauprojekten. Überraschend sind auch die Dimensionen, die Holz als nachwachsender Rohstoff einnimmt. Der Deutsche Holzwirtschaftsrat e.V. hat errechnet, dass 100 von 120 Millionen Kubikmetern Wald, die in Deutschland jährlich wachsen, nachhaltig genutzt werden können. Der Wald könnte die Lösung für die Wohnungsknappheit in Städten und kostengünstiges Bauen sein, denn zurzeit wird dreimal so viel Holz in Deutschland geerntet, wie hierzulande für sämtliche Neubauten in Kombination mit Trägern aus Stahl und Beton nötig wäre.


20.06.2017 Blogbeitrag - Beitragspflicht Sozialkasse Bauwirtschaft

Beitragspflicht der Sozialkassen der Bauwirtschaft wird neu verhandelt

Die Spitzenverbände im Bauhauptgewerbe und im Baunebengewerbe haben sich nach jahrelangen Streitigkeiten und Verhandlungen im Hinblick auf die Beitragspflicht der Sozialkassen der Bauwirtschaft (Soka-Bau) geeinigt. Aufgrund der Allgemeinverbindlicherklärung (AVE) mussten bisher auch Innungsbetriebe Beiträge zahlen, die nicht dem Tarifvertrag der Bautarifvertragsparteien unterliegen. Dies soll sich durch eine neue AVE ändern.

Tarifliche Zuständigkeit teilweise unklar

Die Soka-Bau werden durch die Bautarifvertragsparteien finanziert. Das sind im Einzelnen der Hauptverband der deutschen Bauindustrie (HDB), der Zentralverband des deutschen Baugewerbes (ZDB) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Sie verpflichten ihre Mitglieder zu Beitragszahlungen, allerdings ist die tarifliche Zuständigkeit zwischen den Bauhauptgewerben und anderen Gewerken schwammig. Der Zentralverband der deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) setzt sich seit Jahren für eine saubere fachliche Abgrenzung ein. Durch die AVE waren sowohl Mitglieder des ZVEH als auch des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), des Bundesverbands Metallhandwerk (BVM), des Verbands Tischler Schreiner Deutschland, des Zentralverbands Raum und Ausstatter sowie weiterer Verbände des Ausbaugewerbes und der IG Metall zu Beitragszahlungen verpflichtet, obwohl sie selbst keine Leistungen aus den Soka-Bau erhielten.

Beweispflicht geht auf Soka-Bau über

Anfang dieses Jahres hatte sich die Lage zugespitzt, jedoch konnten sich alle Parteien ohne ein weiteres gerichtliches Verfahren einigen. Die Bautarifvertragsparteien verpflichteten sich in einem Schreiben, dass ausschließlich die Kriterien Mitgliedschaft und Fachlichkeit zur Festlegung des Geltungsbereichs des Tarifvertrags herangezogen werden. Die neue AVE wird zugunsten der Verbände des Baunebengewerbes ausgelegt. In Zukunft soll ein transparentes Verfahren etabliert werden, bei dem die Darlegungs- und Beweislast auf die Soka-Bau übergeht. Letztere muss nachweisen, ob ein Betrieb, gemäß Paragraph eins des Tarifvertrags über das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe (VTV), mehrheitlich im Baugewerbe tätig ist. Bemessungsgrundlage hierfür bildet nach wie vor die überwiegende Arbeitszeit im jeweiligen Gewerbe.


22.5.2017 Blogbeitrag -Sorgenfreier Lebensabend mit Wohneigentum

Ausgesorgt durch eigene Immobilie

Drohende Altersarmut ist zu einem Kernthema der Rentendebatte geworden. Dabei steht es um die finanzielle Situation zahlreicher Rentner alles andere als schlecht. Investoren können mit solventen Käufern rechnen. Dies belegt die Studie „Nachfragepotential im Alter“ des Forschungsinstituts empirica, die im Auftrag von Terragon die Finanzkraft deutscher Senioren untersucht hat.

Rentner können Immobilie mit Eigenkapital finanzieren

Die Rentner in Deutschland waren noch nie vermögender als heute. Viele Senioren haben die Mittel, eine Immobilie zu erwerben, selbst wenn sie alle Kosten für den Kauf komplett ohne Bankkredit tragen müssten. Laut der Studie haben 3,43 Millionen Menschen ab 60 Jahren genug Geld für eine Eigentumswohnung mit einem Kaufpreis von 175.000 Euro. Knapp jeder fünfte Haushalt (19 Prozent) könnte sogar den Kauf einer Immobilie für 250.000 Euro aus seinem Ersparten bestreiten. Aktuell verfügt jeder zweite westdeutsche Seniorenhaushalt über Wohneigentum. Dadurch liegt das Gesamtvermögen der Haushalte bei im Schnitt 250.000 Euro. In ostdeutschen Haushalten beträgt es im Mittel 150.000 Euro.

Eigentümer solventer als Mieter

Senioren mit Wohneigentum haben oft mehr Geld angespart als diejenigen, die in einer Mietwohnung leben. Zum einen verfügen Eigentümer über eine tendenziell höhere Rente und können sich einen weiteren Kauf daher eher leisten, zum anderen legen sie regelmäßiger Geld für Reparaturen oder Renovierungen zurück und haben damit eine zusätzliche Sparmotivation. Zum Renteneintritt haben sie daher meist neben einer abbezahlten Immobilie ein ähnlich gut gefülltes Konto wie ein Mieter. Dieses Geld kann dann im höheren Alter wieder sinnvoll angelegt werden, um möglicher Altersarmut vorzubeugen. Für Investoren bietet sich hier eine attraktive, solvente Zielgruppe, die mit altersgerechten Immobilien und Investments individuell angesprochen werden kann.


28.4.2017 - BLOGBEITRAG - Steigende Lebenserwartung: Konsequenzen für Deutschland

Das alternde Deutschland

Alt werden wollen die meisten Menschen – alt sein ist jedoch mit Unsicherheit und Ungewissheit verbunden. Die steigende Lebenserwartung betrifft alle: Rentner sorgen sich um ihre Gesundheit und künftige Lebenssituation, und Versicherungen sind mit immer mehr Pflegebedürftigen konfrontiert. Das Rentensystem hat langfristig mehr Menschen zu versorgen und Wohnungsunternehmen müssen sich auf veränderte Ansprüche der älteren Generation einstellen. Vorhersagen zur demografischen Entwicklung in Deutschland gewinnen daher immer mehr an Bedeutung.

Produkte und Dienstleistungen müssen sich anpassen

Die Forschung versucht, die Lebenserwartung von Menschen in ein kalkulierbares Risiko zu verwandeln, denn die Langlebigkeit führt zu höheren Kosten für Rentenzahlungen und die medizinische Versorgung. Fortschritte in Hygiene und Medizin sowie eine gesunde Lebensweise stehen den negativen Aspekten wie Umweltgifte und Erkrankungen gegenüber. Bei einer insgesamt höheren Lebenserwartung sterben weniger Menschen verfrüht, immer mehr Paare und Freunde werden gemeinsam alt. Generell müssen daher Freizeit- und Serviceangebote, Medien sowie Wohnkonzepte an die ältere Zielgruppe angepasst werden.

Unterschiede zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen

Wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ermittelt hat, altert die Bevölkerung in Deutschland nicht überall in gleichem Maße, die Auswirkungen sind von Region zu Region unterschiedlich. So gestaltet sich das Leben in abgelegenen Gemeinden zunehmend aufwendiger, da die dortige Infrastruktur aufgrund mangelnder Nachfrage ausgedünnt wird. Um die Lebensqualität insbesondere älterer Menschen in diesen Gebieten zu erhalten, ist eine Zusammenarbeit von Kommunen und bürgerschaftlichem Engagement immer wichtiger. Es zeichnet sich ab, dass Senioren vermehrt in die Städte ziehen. Dort ist der öffentliche Nahverkehr besser ausgebaut und sowohl die medizinische Versorgung als auch die Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten sind einfacher zu erreichen. Die Herausforderung für die Wohnungswirtschaft besteht darin, das passende Angebot für ältere Menschen dort zu schaffen, wo sich die Nachfrage konzentriert. Dabei geht es nicht nur um barrierefreie Wohnungen, sondern auch um angepasste Service- und Pflegeangebote.

Der Stellenwert von altersgerechtem Wohnraum wird aufgrund der veränderten Demografie in den nächsten Jahren weiter steigen. Für Projektentwickler und Investoren bietet sich in diesem Bereich langfristiges Entwicklungspotenzial, wenn sie auf die veränderten Ansprüche der Zielgruppe Senioren eingehen.


10.04.2017 - Blogbeitrag - Luxuspflegeheime

Seniorenresidenzen und Pflegeheime de luxe

In Großbritannien werden luxuriöse Pflegeheime bei Investoren und Projektentwicklern immer beliebter. Für vermögende Senioren ist ein Zimmer oder eine Wohnung in einem Pflegeheim nicht mehr nur der letzte Ausweg, sondern eine Möglichkeit, den Lebensabend angenehm zu gestalten. Dieser Trend ist auch in Deutschland angekommen: In den Innenstädten entstehen immer häufiger hochwertige Pflegeheime, die als Seniorenresidenzen vermarktet werden.

Komfort und Service bis ins hohe Alter

Für viele gut betuchte ältere Menschen erfüllt ein herkömmliches Pflegeheim nicht die gewünschten Anforderungen. Sie wünschen sich eine Wohnung mit edler Ausstattung in einer exklusiven Seniorenresidenz. Nach Möglichkeit in bester Innenstadtlage und vor allem mit bedarfsgerechten Pflegemöglichkeiten sowie einem Hotel-ähnlichen Rundum-Service mit Restaurant, Wellnessbereich und abwechslungsreichem Veranstaltungsprogramm.

Für Investoren ist ein Luxuspflegeheim ein lukratives Investment, denn die Wohnungen mit einer Größe zwischen 40 und 100 Quadratmetern kosten je nach Ausstattung und Service zwischen 3.000 und 10.000 Euro Miete pro Monat. Dazu kommen noch die Pflegeleistungen. Die Zielgruppe ist klein, aber solvent und ausgabefreudig. Die Münchener Beratungsfirma „Premium-Wohnen im Alter“ schätzt, dass 20.000 Menschen in Deutschland bereit sind, zwischen 3.000 und 4.000 Euro pro Monat an Miete für ihren Alterswohnsitz zu zahlen. Die Wartelisten für luxuriöse Apartments sind lang, was die wachsende Nachfrage verdeutlicht.

Wohnungskauf als Alternative

Einige Projektentwickler haben sich bereits auf das Segment hochwertiger Pflegeheime spezialisiert, und immer häufiger werden die darin befindlichen Wohnungen nicht nur vermietet, sondern auch verkauft. Da der Bewohner zusätzlich zum Kaufpreis eine monatliche Grundgebühr für Nebenkosten und weitere Leistungen wie einen Concierge-Service zahlen muss, bleibt die Ertragsstruktur für den Investor interessant. Angesichts der hohen Nachfrage können Investoren bei einem Weiterkauf der Wohnung durch den Eigentümer eine Beteiligung am Verkaufserlös durchsetzen. Bei einer Seniorenresidenz dauert es drei bis fünf Jahre, bis das Objekt ausgelastet ist, Investoren können dann mit konstanten Erträgen rechnen. Verkaufsobjekte hingegen sind oft bereits vor Baufertigstellung vergeben und der Investor kann mit der monatlichen Grundgebühr sowie einer Beteiligung am späteren Weiterverkauf kalkulieren.


28.03.2017 - Ausblick Immobilienmarkt Deutschland 2017

Ausblick auf den deutschen Immobilienmarkt 2017

Investoren sehen sich in Deutschland auch in diesem Jahr einem angespannten Markt gegenüber. Das Immobiliendienstleistungsunternehmen Savills prognostiziert, dass sich am Zinsumfeld wenig ändern wird. Zinsen und Renditen sind auf der Talsohle angekommen, der Ausweg für Investoren führt über Aktien und Immobilien. Savills identifiziert zudem einen Trend zur Deglobalisierung. So beeinflusst unter anderem der bevorstehende Brexit die europäischen Ökonomien. Deutschland profitiert bis dato von steigenden Bevölkerungs- und Beschäftigungszahlen und rechnet mit einem 1,5-prozentigen Zuwachs des Bruttoinlandproduktes.

Gute Aussichten auf dem Pflegeimmobilienmarkt

Trotz des Rekordumsatzes von drei Milliarden Euro im Jahr 2016, gelten Pflegeimmobilien immer noch als Nische. Für 2017 wird ein Umsatz von einer Milliarde Euro angestrebt. Die gemäßigte Prognose ist auf den momentan fehlenden Verkaufsdruck zurückzuführen, der kein Rekordergebnis für dieses Jahr vermuten lässt. Jedoch locken der Renditevorsprung und der fragmentierte Markt, der Konsolidierungen zulässt, zunehmend ausländische Investoren nach Deutschland. 1,8 Milliarden Euro respektive 61 Prozent des Transaktionsvolumens entfielen im vergangenen Jahr auf ausländische Investoren, insbesondere aus Frankreich. Bis 2030 wird es durch den demografischen Wandel eine Million Pflegebedürftige mehr in Deutschland geben, wodurch die Nachfrage nach Pflegeimmobilien wachsen wird. Zudem steigt der Investitionsbedarf aufgrund von Anpassungen an gesetzliche Regelungen sowohl bei Modernisierungen als auch bei Neubauten.

Wohnimmobilienmarkt liquide und weniger Leerstand im Bürosektor

Im angespannten Wohnungsmarkt bleiben Investments schwierig. Dennoch profitieren Nutzer und Investoren von der dynamischen Bauaktivität. Inzwischen werden in Deutschland monatlich mehr als 20.000 Wohnungen fertiggestellt und weitere 30.000 genehmigt. Eine potenziell strengere Regulierung des Mietwohnungsmarktes könnte zwar die Renditen senken, der deutsche Immobilienmarkt bleibt für risikoaverse Investoren aber dank hoher Liquidität und geringer Volatilität eine gute Wahl.

Mit der zunehmenden Zahl an Bürobeschäftigten wächst der entsprechende Flächenbedarf. Durch Umnutzungen und wenig Neubau hat sich der Büroleerstand in den Top-6-Städten seit 2010 fast halbiert und fällt in diesem Jahr voraussichtlich auf fünf Prozent. Unternehmen und Städte stehen deshalb vor Wachstumsproblemen, was spekulative Projektentwicklungen anregt.

Insgesamt bleibt der deutsche Immobilienmarkt im Jahr 2017 weiterhin sehr aktiv. Ob im Pflegeimmobilienmarkt das Rekordtransaktionsvolumen des vergangenen Jahres erneut erreicht werden wird, bleibt abzuwarten, denn dort herrscht aktuell kein großer Verkaufsdruck. Der Investitionsbedarf wird hingegen weiter steigen, insbesondere beim Neubau.


02.03.2017 Blogbeitrag - Pflegeheim - ja oder nein?

Es muss nicht immer ein Pflegeheim sein

Viele ältere Menschen verbringen ihren Lebensabend allein. Angesichts des demografischen Wandels und der stetig fortschreitenden Individualisierung wird ihre Zahl in Zukunft weiter zunehmen. Der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski sieht darin das Potenzial für neue Wohnformen. Denn die Wohnumstände passen sich zunehmend an die Lebensmodelle der Senioren an. Ein Pflegeheim ist heute längst nicht mehr die einzige Möglichkeit, Unterstützung im Alter zu erfahren und der Einsamkeit zu entgehen. Dies eröffnet Anlegern die Chance, in innovative Wohnkonzepte zu investieren.

Senioren-Wohngemeinschaften und Generationenwohnen

Nicht mehr ganz neu sind die sogenannten Seniorenwohngemeinschaften. Diese können einzelne Wohnungen, ein ganzes Haus oder komplette Viertel einschließen. Private und gemeinschaftliche Bereiche sind je nach WG unterschiedlich gestaltet. Am häufigsten werden Einzelzimmer mit einer Gemeinschaftsfläche zum Wohnen und Kochen kombiniert. Charakteristisch ist, dass ausschließlich Senioren zusammen in einer Wohnung leben. Eine ähnliche Möglichkeit für regelmäßige Treffen und Austausch bieten Gemeinschaftsflächen in einem Haus oder einer Wohnanlage. Dabei bleibt jedoch jedem Bewohner seine eigene Wohnung. Die Vielfalt der Projekte ist groß und ermöglicht individuelle Entscheidungen, sowohl auf Seiten der Bewohner als auch auf Seiten der Investoren.

Eine weitere Wohnform, die zunehmend an Beliebtheit gewinnt, ist das Generationenwohnen. Dabei wird unabhängig von Familienverhältnissen eine altersdurchmischte Bewohnerschaft angestrebt. So können sich die verschiedenen Generationen gegenseitig unterstützen und voneinander lernen. Die Konzepte sind vielfältig, aber sie verfolgen alle dasselbe Ziel: die Lebensqualität der Mitbewohner und insbesondere der älteren Menschen zu erhöhen. Durch die Mischung der Altersstufen ist das Investment in Generationenwohnen langfristig abgesichert.

Sicherheit und Individualität

Senioren bekommen mit den neuen Wohnkonzepten das Wissen, dass sie im Alltag und bei Notfällen nicht allein sind. Eine WG ermöglicht, das Leben auch im hohen Alter noch nach eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten. Dabei werden die Senioren in eine Gemeinschaft eingebunden. Zusätzlich leisten ambulante Pflegedienste bei Bedarf Unterstützung. Ältere Menschen profitieren davon, in allen Lebensbereichen mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Für Investoren bieten die neuen Wohnformen angesichts des demografischen Wandels eine gute Anlage in die Zukunft.


15.02.2017 Blogbeitrag - Pflegeheim Investment - was macht es so erfolgreich?

Was macht ein erfolgreiches Pflegeheim-Investment aus?

Jedes Investment erfordert eine Analyse des Marktes und des zukünftigen Marktsegments. Pflegeheime sind eine besondere Assetklasse, für die bei der Auswahl andere Kriterien gelten als zum Beispiel für Wohnimmobilien. Investoren und Betreiber müssen spezielle rechtliche Anforderungen erfüllen und daneben auf die besonderen Bedürfnisse der Mieter eingehen. Auch der Standort ist entscheidend: Einerseits benötigen Pflegeheime einen gewissen Einzugsbereich, andererseits ist der vorhandene Wettbewerb zu berücksichtigen.

 

Flexible Pflegekonzepte

 

Unabhängig von der Größe des Einzugsgebietes muss die Infrastruktur rund um das Pflegeheim gut ausgeprägt sein. Dazu zählen kurze Wege zu Krankenhäusern, Physiotherapie, Dialyse- und Notfalldiensten. So können die Pflegeheimbewohner im Notfall schnell versorgt werden, falls es diese Möglichkeiten nicht vor Ort gibt. Die heutigen Bedürfnisse von Pflege und Unterstützung sind vielfältiger geworden, da nicht immer eine Krankheit der Anlass für einen Umzug in ein Pflegeheim ist. Das Angebot vollstationärer Einrichtungen hat sich mittlerweile diversifiziert und neue Konzepte hervorgebracht: All-in-one-Programme, Wohngruppen oder betreutes Wohnen. Investoren erhalten so eine Streuung des Risikos.

 

Anpassungsfähige Immobilien

 

Eine erfolgreiche Pflegeimmobilie lässt flexible Betreuungsmöglichkeiten zu und kann ohne großen Aufwand umgebaut oder umgenutzt werden. So sind Zimmer, die sowohl als Einzel- als auch als Doppelzimmer genutzt werden können von Vorteil, um flexibel auf eine wechselnde Nachfrage zu reagieren. Sondertherapiebereiche für Pflegebedürftige mit Demenzerkrankungen und Dienstleister für betreutes Wohnen oder ambulante Pflege können in das Pflegeheimkonzept integriert werden. Da sich die Ansprüche von Bewohnern und Gesetzgeber verändern, kann das Pflegeheim langfristig von einem diversifizierten Angebot profitieren.

Ein besonderes Charakteristikum von Pflegeheimen ist, dass der Investor die Immobilie an den Betreiber verpachtet. Er kann so mit einer konstanten Pachtzahlung rechnen, unabhängig von der Auslastung des Pflegeheims. Die Verträge mit den Pflegeheimbewohnern hingegen werden vom Betreiber abgeschlossen. Neben einem guten Konzept mit langfristiger Planung ist daher ein solventer Betreiber ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg eines Pflegeheims.


16.01.2017 Blogbeitrag - Pflegeheimatlas 2016 - Bedarf an Pflegeheimen

Pflegeheimatlas 2016

Aktuell gibt es in Deutschland ca. 13.000 Pflegeheime mit insgesamt 900.000 Plätzen. Etwa 3,6 Millionen Menschen in Deutschland werden bis zum Jahr 2030 pflegebedürftig sein, von denen ungefähr ein Drittel einen Platz in einem Pflegeheim benötigt. Es müssen bis dahin also rund 300.000 zusätzliche Pflegeheimplätze geschaffen werden, das ermittelte der Pflegeheim-Atlas 2016 von Wuest & Partner Deutschland und Ottenströer Immobilienwirtschaft. Nach 2060 ist hingegen mit einem Rückgang der Zahlen zu rechnen.

 

Entwicklung der Infrastruktur und des Bedarfs schwer einzuschätzen

 

In Bezug auf den tatsächlichen Bedarf ergibt sich aus der Infrastruktur der Pflegeheime eine Unsicherheit: Notwendige Sanierungen alter Bausubstanzen sowie die Veränderung rechtlicher Vorschriften sind kaum vorhersehbar. Bei Neubauten oder Revitalisierungen müssen zudem wirtschaftliche Gründe wie die Interessen der Investoren berücksichtigt werden. Zudem ist noch offen, wie sich der Bedarf innerhalb der Bevölkerung entwickelt. Gesetzliche Vorgaben, zum Beispiel die Entwicklungen der Pflegeheimquote und der ambulanten Pflege, beeinflussen die Zahl der tatsächlich benötigten Pflegeplätze. Durch die Auswirkungen des demografischen Wandels ist ab 2060 mit einem rückläufigen Bedarf zu rechnen. Deswegen ist es wichtig, dass Investoren bei Neubauten und Revitalisierungen mögliche Anschlussnutzungen beachten. Kleinere Heime in urbanen Lagen haben beispielsweise den Vorteil, später als Hotels, Apartment- oder Boardinghäuser genutzt werden zu können.

 

Bedarf in den Bundesländern variiert

 

Um den zukünftigen Bedarf zu decken, müssten rund 2.550 neue Einrichtungen mit je 100 Betten geschaffen werden. Allerdings verteilen sich diese ungleichmäßig je nach demografischer Struktur und Pflegeheimquote auf die einzelnen Bundesländer: In Berlin ist der Bedarf mit 11.800 Pflegeheimplätzen am höchsten, da hier die Zahl der Senioren rapide zugenommen hat. Hamburg liegt mit 4.100 zusätzlich erforderlichen Betten auf Platz zwei. Den größten Nachholbedarf hat Brandenburg. Hier fehlen zurzeit 50 Prozent der bis 2030 erwarteten Kapazitäten. Die Bundesländer und die Kommunen müssen sich der Herausforderung stellen, Pflegeheime zu schaffen und gleichzeitig die zukünftige Nutzung der Immobilien nicht aus dem Blick zu verlieren.


09.01.2017 Blogbeitrag - Ganztägige Betreuung zu Hause

Ganztägige Betreuung zu Hause

Aufgrund der stetig steigenden Lebenserwartung erhöht sich die Zahl der Senioren und damit auch derjenigen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Der konkrete Bedarf unterscheidet sich von Fall zu Fall. Obwohl bereits neue Konzepte in der Pflege entstanden sind, besteht weiterhin Nachholbedarf.

 

Eines der Modelle ist die 24-Stunden-Betreuung. Wo früher Kinder und Enkel im Alltag Unterstützung leisteten, werden heute sogenannte Pflegehilfskräfte engagiert. Sie sind ungelernt und führen einfache Pflegetätigkeiten durch und helfen im Haushalt. Ihnen steht ein eigenes Zimmer in der Wohnung des Pflegebedürftigen zur Verfügung. So können sie bei Bedarf auch nachts eingreifen.

Herkunft der Pflegehilfskräfte

Die Pflegehilfskräfte stammen meist aus Osteuropa, weil sie preislich und qualitativ einen guten Service bieten. Meistens kommen sie aus Polen, sind weiblich und zwischen 20 und 60 Jahre alt. Deswegen hat sich im Laufe der Jahre die Bezeichnung „polnische Pflegekraft“ als Sammelwort für die 24-Stunden-Pflegehilfskräfte aus dem gesamten osteuropäischen Raum etabliert. Die Beschäftigung einer deutschen Pflegekraft können sich die Betroffenen oft finanziell nicht leisten.

 

Da die Pflegehilfskraft mit im Haushalt lebt, muss es auch zwischenmenschlich passen. Eine gute Kenntnis der deutschen Sprache ist sehr wichtig, um eine freundliche Beziehung zu den Senioren entwickeln zu können. Außerdem ist auf eine gewisse kulturelle Nähe zu achten, beispielsweise beim Kochen. Essen stellt besonders für Demenzbetroffene eine wichtige Gedächtnisstütze dar. Deswegen sollte die Pflegehilfskraft in der Lage sein, regionale Gerichte zu kochen.

Unterschiedliche Pflegeformen sind zu beachten

Nicht alle Aufgaben können von einer Pflegehilfskraft erledigt werden – daher wird zwischen der Grundpflege und der Behandlungspflege unterschieden. Unterstützt die Pflegekraft bei alltäglichen Aufgaben, zum Beispiel beim Toilettengang, bei der Körperpflege oder im Haushalt, liegt ein klassischer Fall von Grundpflege vor, die auch ungelernt ausgeübt werden können. Bei der Behandlungspflege ist eine fachliche Ausbildung zwingend notwendig. Diese medizinische Unterstützung beinhaltet unter anderem das Setzen von Spritzen, die Bedienung medizinischer Geräte und das Messen von Blutdruck oder Blutzucker. Die Pflegehilfskräfte sollen den ambulanten Pflegedienst ergänzen, aber nicht ersetzen.

 

Ungelernten Pflegehilfskräften steht der Mindestlohn zu, bei zusätzlichen Qualifizierungen steigt dieser bis auf knapp zehn Euro pro Stunde. Aufgrund der durchgängigen Anwesenheit und der damit einhergehenden stetigen Belastung muss auf einen Ausgleich für die Pflegehilfskräfte geachtet werden. Dies kann zum Beispiel in Form einer Rotation stattfinden. Dabei wechseln sich zwei Pflegehilfskräfte nach jeweils zwei Monaten ab, um einen gewissen Qualitätsstandard sicherzustellen. In Verbindung mit einer barrierefreien Wohnung ermöglicht die 24-Stunden-Betreuung eine längere Pflege in heimischer Umgebung.


27.12.2016 Blogbeitrag - Weniger Hürden zur Barrierefreiheit (Überarbeitung Gesetzgebung in Deutschland)

Weniger Hürden zur Barrierefreiheit

Der Bundesrat wird das Wohneigentumsgesetz zur kommenden Legislaturperiode überarbeiten. Im Fokus der geplanten Gesetzesänderung steht in erster Linie die Vereinfachung der Umsetzung von Baumaßnahmen für barrierefreies Wohnen.

Mehrheit in der Eigentümerversammlung soll ausreichen

Die Änderung sieht vor, Wohnungseigentümer bei Baumaßnahmen im Rahmen der Barrierefreiheit zu entlasten. Insbesondere soll der Abstimmungsprozess über anfallende bauliche Veränderungen vereinfacht werden. Wo bisher eine volle Übereinstimmung der Eigentümergemeinschaft nötig war, um die Eigenart der Wohnanlage zu ändern, soll künftig eine doppelt qualifizierte Mehrheit ausreichend sein. Das bedeutet, dass drei Viertel der Eigentümer zustimmen und diese insgesamt mehr als die Hälfte aller Miteigentumsanteile vertreten müssen. Bei baulichen Veränderungen für eine behindertengerechte Nutzung ohne Änderung der Eigenart ist die Zustimmung der nicht unerheblich beeinträchtigten Miteigentümer in Zukunft entbehrlich.

 

Aufgrund der Komplexität des Wohnungseigentumsgesetzes wird die Überarbeitung sehr genau geprüft werden. Bestimmte Themen, wie zum Beispiel die Übernahme der Folgekosten von Barrieren reduzierenden Umbaumaßnahmen oder die vorgeschlagenen Abstimmungsquoten, werden noch genauer ausgearbeitet und formuliert.

Zukunftsorientierte Planung

Die geplante Vereinfachung des barrierefreien Umbaus wird von der Bundesregierung angesichts des demografischen Wandels begrüßt. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass bis zum Jahr 2030 mindestens jeder vierte Bundesbürger älter als 64 Jahre sein wird. Der Bedarf an altersgerechten Wohnungen in Deutschland wird ansteigen. Für die Politik ist es wichtig, sich vor der Gesetzesanpassung eingehend mit der Thematik zu beschäftigen, um spätere Nachbesserungen zu vermeiden.

 

Von einer vorausblickenden und langfristig orientierten Gesetzesänderung profitieren Eigentümer und Investoren. Aktuelle Schätzungen gehen von derzeit 4,2 Millionen benötigten barrierefreien Wohnungen aus, von denen bisher nur rund 800.000 existieren. Um diese Versorgungslücke zu schließen, sollte neben dem Umbau von Bestandsobjekten auch der barrierefreie Neubau berücksichtigt werden. Nordrhein-Westfalen hat dazu bereits einen ersten Vorstoß unternommen und in seiner neuen Landesbauordnung einen Fokus auf Barrierefreiheit gelegt. So können Neubau und Bestandsobjekte für Menschen mit altersbedingten Einschränkungen nutzbar gemacht werden.


05.12.2016 Blogbeitrag - (K)Eine Frage der Kosten (Kosten für Barrierefreies Bauen)

(K)Eine Frage der Kosten

In Nordrhein-Westfalen wird die Landesbauordnung komplett überarbeitet. Unter anderem sind erhebliche Änderungen in Bezug auf die Vorschriften zur Barrierefreiheit von Wohnungen und öffentlichen Gebäuden vorgesehen. An sich ist die geplante Förderung der Barrierefreiheit begrüßenswert, doch der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) übt Kritik am neuen Entwurf. Insbesondere bemängelt er den zukünftigen Zwang, neue Wohnungen barrierefrei zu bauen. Der ZIA befürchtet dadurch eine erhebliche Verteuerung der Baukosten. In einer aktuellen von Terragon durchgeführten Untersuchung über die Kosten einer barrierefreien Bauweise im Vergleich zum klassischen Neubau zeichnet sich jedoch ein differenzierteres Bild ab.

Sachkenntnis entscheidet

Beim Bau einer barrierefreien beziehungsweise barrierearmen Wohnung sind bereits in der Konzeption verschiedene spezifische Richtlinien zu berücksichtigen. Die Planungsphase verläuft anders als bei einer Standardwohnung, da zum Beispiel keine Stufen oder Schwellen vorhanden sein dürfen. Noch komplizierter sind sogenannte rollstuhlgerechte Wohnungen, da dort unter anderem die Breiten der Türen und Gänge festgelegt sind. Um bereits in diesem frühen Baustadium keine Besonderheiten zu übersehen, ist eine entsprechende Sachkenntnis erforderlich. Ist diese aber vorhanden, können Projektentwickler Neubauten mit nur geringen Mehrkosten barrierefrei erstellen.

Incentives statt Zwang

Aktuellen Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland einen Bedarf von etwa 4,2 Millionen barrierefreien Wohnungen, zur Verfügung stehen jedoch bisher nur rund 800.000. Um die gravierende Versorgungslücke zu schließen, wäre es notwendig, Neubauwohnungen von Beginn an barrierefrei oder zumindest barrierearm zu bauen.

 

Die demnächst erscheinende Studie von TERRAGON befasst sich eingehend mit dieser Diskrepanz und verschiedenen Lösungsansätzen. Die zwingende Vorgabe einer barrierefreien Bauweise für alle Neubauprojekte wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit politisch nicht durchsetzbar und damit zu eng gefasst. Die Politik hat aber noch andere Handlungsmöglichkeiten: So können zum Beispiel barrierefreie Bauvorhaben in Genehmigungsverfahren bevorzugt bearbeitet werden. Denkbar wäre auch eine teilweise oder vollständige Befreiung von geltenden Stellplatzanforderungen.

 

Um den barrierefreien Wohnungsbau weiter politisch zu forcieren, könnten städtische Wohnungsbaugesellschaften die Norm Barrierefreies Bauen (DIN 18040) als Standard für den Neubau einführen. Dieselbe Auflage könnte auch für private Investoren festgesetzt werden, wenn sie ein Grundstück aus kommunalem Besitz erwerben.

 

Bereits bestehende Programme einzelner Bundesländer wie die „Sozialgerechte Bodennutzung“ in München und das „Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung“ sollten vereinheitlicht und deutschlandweit angewandt werden. Zudem sollte das Programm „Altersgerechter Umbau“ der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auch für den Neubau von barrierefreiem Wohnraum geöffnet werden.

 

Begleitende politische Eingriffe zur Förderung der Barrierefreiheit sind zwar wünschenswert, allerdings sollte der Staat nicht mit pauschalem Zwang reagieren, sondern lieber positive Anreize für private Investoren setzen. Barrierefreier Wohnungsbau ist dabei nicht eine Frage der Kosten. Denn mit entsprechender Sachkenntnis ist der dafür notwendige finanzielle Mehraufwand verschwindend gering. Langfristig profitieren dann alle, denn nicht nur für Senioren, sondern auch für junge Menschen ist Barrierefreiheit ein Qualitätsmerkmal bei der Auswahl einer Wohnung.


12.10.2016 Blogbeitrag - Kapitalanlage im Pflegemarktsektor

Pflegeimmobilien als Kapitalanlage für Privatanleger

Für einen Privatanleger ist es oftmals nicht einfach, sich bei den diversen Investitionsvarianten für eine passende Kapitalanlage zu entscheiden. Insbesondere wer sein Geld per Aufteilergeschäft in Pflegeimmobilien anlegen möchte, sollte sich einen guten Überblick verschaffen. Denn gerade in diesem Bereich gibt es viele unterschiedliche Facetten, die beachtet werden müsse

Gute Einstiegsmöglichkeit für Kleinanleger

Bei einer direkten Investition in eine Pflegeimmobilie erwerben Anleger ein Teileigentum sowie einen Teil Gemeinschaftsflächen, ähnlich einer Eigentumswohnung. Dies bedeutet konkret den Kauf eines Zimmers oder Appartements in einem Pflegeheim, welches dann an Pflegebedürftige vermietet wird. Speziell Kleinanleger profitieren so von einem niedrigschwelligen Einstieg in diesen Markt. Allerdings sollten sich diese gut beraten lassen und darauf achten, dass im Kaufvertrag und in der Teilungsurkunde die Eigentumsanteile klar dargelegt werden. Es muss präzisiert werden, was Gemeinschaftseigentum und was Sondereigentum ist.

Langfristig positive Aussichten

Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung wird der aktuell bereits große Bedarf an Pflegeimmobilien noch weiter wachsen, was eine durchgängige Belegung zunehmend wahrscheinlich macht. Privatanleger können sich zudem durch den Erwerb von Teileigentum einen Pflegeplatz für den eigenen oder familiären Bedarf sichern – eine wichtige Investition in die Zukunft. Das Risiko einer solchen Investition ist vergleichsweise gering. Laut einer Studie des RWI Essen aus dem Jahr 2013 lag die durchschnittliche Zahlungsunfähigkeit von Pflegeheimen bei 0,9 Prozent. Dies ist deutlicher niedriger als beispielsweise bei Krankenhäusern oder Rehakliniken.

Betreiber und Kaufpreis prüfen

Bei einer Pflegeimmobilie ist der Betreiber ein entscheidender Faktor für die zu erwartende Rendite. Hierbei gilt es, die Einzelmietverträge genau zu lesen und sich bereits im Voraus über den Betreiber zu informieren. Auch ein unangekündigter Besuch im Pflegeheim kann Aufschluss bieten. Bei einem guten Betreibervertrag liegen die Kosten für Instandhaltung und laufende Ausgaben beim Betreiber. Der Eigentümer wird nicht belastet.

 

Eine weitere Sicherheit bietet eine automatisch an die Inflation angepasste Miete, welche ebenfalls vertraglich fixiert werden sollte. Wenn schließlich die Entscheidung für den Kauf von Teileigentum einer Pflegeimmobilie gefallen ist, sollten Anleger beim Preis aufpassen. Angebote mit beispielsweise dem 20-fachen der Jahresmiete als Kaufpreis sind nicht seriös. Hier gilt es, sich im Markt und bei vergleichbaren Pflegeobjekten zu informieren. Eine Pflegeimmobilie kann also eine gute Kapitalanlage für private Investoren darstellen, wenn diese vorher eingehend geprüft wurde. Doch nicht nur die Anleger, sondern auch die Pflegeheime profitieren vom Teileigentum, da dieses attraktive Geschäft die bestehende Lücke in der Finanzierung neuer Objekte schließen kann.

 

 


30.09.2016 Blogbeitrag - Aufzugsstudie

Zu wenig altersgerechte Wohnungen in Deutschland

In Deutschland verfügen nur 1,6 Millionen von insgesamt etwa 21 Millionen Wohnungen über einen altersgerechten Aufzug. Das deckt eine Studie von Terragon, Hundt Consult und Immobilienscout24 über altersgerechte Aufzüge und Wohnungen in Deutschland auf. Für die Studie wurden 418 deutsche Städte untersucht. Der Anteil von Wohnungen mit Aufzügen schwankt in den Metropolen zwischen 26,6 Prozent und 50,5 Prozent. Separat betrachtet wurde in der Studie zudem die Quote an altersgerechten Aufzügen in Wohnhäusern – mit ernüchterndem Resultat.

 

Spitzenreiter ist die Stadt Freiburg im Breisgau mit 18,3 Prozent. Unter den Metropolen schneidet Berlin mit 11,5 Prozent am besten ab. Knapp dahinter liegt München mit 10,4 Prozent. In Stuttgart (8,9 Prozent), Köln (8,8 Prozent), Frankfurt (7,9 Prozent), Hamburg (6,8 Prozent) und Düsseldorf (5 Prozent) sind die Quoten nur einstellig. „In mehr als 80 Prozent der Wohnungen in Deutschland fehlt die Grundvoraussetzung dafür, dass Menschen auch im Alter in der eigenen Wohnung bleiben können: ein altersgerechter Aufzug“, sagt Dr. Michael Held, Geschäftsführender Gesellschafter bei TERRAGON.

Mehr Menschen mit Einschränkungen

Diesem Mangel an altersgerechten Wohnungen beziehungsweise Aufzügen steht der Trend gegenüber, dass ältere Generationen verstärkt nach einen selbstbestimmten Wohnen und Leben bis ins hohe Alter hinein streben. „Aktuell leben in Deutschland 3,7 Millionen Menschen über 65 Jahre mit alters- und gesundheitsbedingten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit“, erklärt Dr. Held. Dieser Wert wird in den nächsten Jahrzehnten weiter ansteigen – ebenso wie die Zahl älterer Bürger insgesamt. Bis 2050 rechnet das Statistische Bundesamt im Vergleich zum Jahr 2000 mit insgesamt 6,43 Millionen mehr Menschen, die älter als 60 Jahre sind. „Die geringe Zahl von Wohnungen, die per Aufzug erreichbar sind, ist in diesem Zusammenhang ein dramatisches Alarmzeichen“, resümiert Dr. Held.

Hohe Kosten für Nachrüstung

Allerdings ist die Nachrüstung im Bestand nur bedingt möglich und der Aufwand mit hohen Kosten verbunden. Die Verfasser der Studie schätzen, dass bei einer durchschnittlichen Investitionssumme von 80.000 Euro pro Wohnhaus für den nachträglichen Einbau eines Aufzugs in Deutschland einmalig 32 Milliarden Euro investiert werden müssen. Hier lohnt sich ein Vergleich mit den jährlich entstehenden Kosten, die durch unnötig genutzte Heimplätze verursacht werden. Rund 15 Prozent der Pflegebedürftigen könnte ein Heimaufenthalt erspart werden, wenn mehr für den altengerechten Umbau getan würde. Das ergab eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bauen und Reaktorsicherheit. Demnach belaufe sich der Einspareffekt für den Staat und für die privaten Haushalte auf 5,2 Milliarden Euro. Dieser mögliche Einsparbetrag steige bis zum Jahr 2030 sogar auf 7,5 Milliarden Euro, so die Verfasser der Studie.

 

Die demografischen Herausforderungen, vor denen Deutschland steht, können durch Aufzüge zwar nur indirekt gelöst werden. Die Anstrengungen sollten allerdings intensiviert werden. So sind laut Prognos aktuell nur rund 3,7 Prozent der neugebauten Wohnungen barrierefrei. „In Deutschland bauen wir derzeit also massiv am Bedarf vorbei“, sensibilisiert Dr. Held.


26.07.2016 Blogbeitrag - Häusliche Pflege

Häusliche Pflege will gut überlegt sein

Wie belastend es sein kann, seinen pflegebedürften Eltern oder dem Partner das Heim zu ersparen, wird vielen Angehörigen erst bewusst, wenn der Pflegefall bereits eingetreten ist. Von den 2,8 Millionen Pflegebedürftigen, die es in Deutschland gibt, werden derzeit drei Viertel zu Hause betreut. Und obwohl dieser Schritt den eigenen Alltag komplett verändert, fühlen sich viele durch familiären oder gesellschaftlichen Druck dazu gezwungen.

Erzwungener Rollentausch baut Druck auf

Dabei spielen sich hinter verschlossenen Türen häufig viele Dramen ab. So ergab eine Infratest-Umfrage, dass sich insgesamt über 80 Prozent der Pflegenden belastet fühlen, 42 Prozent – also mehr als die Hälfte der Befragten – sogar in extremer Weise. Auch die Pflegebedürftigen leiden unter der Situation: Eine etwas ältere Studie besagt, dass ungefähr 600.000 ältere Menschen jedes Jahr Opfer von häuslicher Gewalt werden. Bei einer mehrjährigen Pflegezeit geschieht das in der Mehrheit der Fälle nicht etwa aus Boshaftigkeit, sondern schlicht und ergreifend aus schierer Überforderung mit der angespannten familiären Situation. Wenn das Kind plötzlich Mutter oder Vater pflegen soll, Verbote erteilt und die Aufgaben übernimmt, die jahrzehntelang den Eltern zufielen, wandelt sich das Leben komplett. 

Pflegeheime brauchen mehr Plätze und Personal

Aufgrund des steigenden Durchschnittsalters unserer Gesellschaft müssen auch künftig immer mehr Pflegebedürftige versorgt werden. Pflegeheime können die Angehörigen hierbei enorm entlasten. Dafür werden aber mehr Plätze und das dazugehörige Personal benötigt. Der im Januar verabschiedete Kabinettsbeschluss der Bundesregierung soll den Pflegeberuf für junge Menschen wieder attraktiver machen. So sollen sich wieder mehr Mitarbeiter um das Wohlergehen der Heimbewohner kümmern können und einen der Hauptvorteile eines Heimes sichern: ständige medizinische Versorgung der Senioren.

 

Auch der Einsatz technischer Hilfsmittel wie Pflegebetten, spezielle Matratzen oder Hebehilfen, die in Privathaushalten teuer angeschafft werden müssen und oft gemütliche Zimmer in sterile Pflegestationen verwandeln, ist ein großer Vorteil. In einem Heim leben die Senioren in einer altersgerechten, barrierefreien Umgebung und können dazu noch verschiedene Angebote wie beispielsweise Ergo- oder Sporttherapien in Anspruch nehmen. Den Senioren wir damit ein Komplettpaket geboten, welches sie in der Heimpflege so nicht in Anspruch nehmen könnten.

Frühzeitige Planung kann entlasten

Umso wichtiger ist es, dass sich Familien und Ehepartner rechtzeitig darüber austauschen, wie sie ihren Lebensabend verbringen möchten. Und auch ein bereits gegebenes Versprechen sollte im Pflegefall noch einmal gründlich durchdacht und besprochen werden. So schwer es fällt, den Partner oder einen Angehörigen in ein Heim zu geben – in manchen Fällen entlastet es beide Seiten vom Druck der häuslichen Pflege. Umso wertvoller ist die Zeit, die man dann bei Besuchen entspannt miteinander verbringen kann.


19.07.2016 Blogbeitrag - Studie Betreutes Wohnen

Betreutes Wohnen: Von den Spitzenreitern lernen

Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2013 etwa 2,6 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig – eine Zahl, die aufgrund der steigenden Lebenserwartung weiter zunehmen wird. Die Sicherung einer menschenwürdigen Betreuung für diese Gruppe wird die Gesellschaft vor wachsende Herausforderungen stellen. Mittlerweile werden 29 Prozent der Pflegebedürftigen vollstationär in Heimen betreut. Wer noch dazu in der Lage ist, möchte allerdings meist lieber ambulant in der eigenen Wohnung versorgt werden. Doch nicht nur für die Betroffenen ist ein Betreutes Wohnen von Vorteil. Weil es insgesamt günstiger ist als ein klassischer Pflegeheimplatz, können auch Kommunen, Angehörige und Pflegeversicherungen vom dem Modell profitieren. Doch eine ambulante Versorgung ist nur möglich, wenn die Wohnung auch altersgerecht ist.

Zu wenig altersgerechte Wohnungen

Das aber ist ein Problem. Laut einer Erhebung der Kreditanstalt für Wiederaufbau entsprechen lediglich 1,7 Prozent der insgesamt 41 Millionen Wohnungen in Deutschland den Bedürfnissen älterer Menschen. Während der Bedarf weiter steigt – bis 2030 rechnet das Institut der Deutschen Wirtschaft mit 2,8 Millionen Pflegebedürftigen –, kommt der Neubau nicht hinterher.

 

Aktuell sind weniger als fünf Prozent aller Neubauwohnungen barrierefrei. Der Umbau bestehender Wohnungen dagegen ist mit Kosten von durchschnittlich rund 17.500 Euro pro Wohnung vergleichsweise teuer. Um ein klares Bild des tatsächlichen Angebots an Betreuten Wohnungen zu ermitteln, hat Terragon eine Studie über die Versorgungssituation in den 30 größten deutschen Städte durchgeführt. Das Ergebnis ist erschreckend: Bundesweit wurden durchschnittlich gerade einmal 4,5 Betreute Wohnungen je 100 Einwohner über 70 Jahre gezählt. Bei Pflegeplätzen liegt die Quote immerhin bei 7,1. Setzt man das Angebot an Pflegeplätzen ins Verhältnis mit dem Angebot an Betreuten Wohnungen, fehlen in ganz Deutschland über 70.000 Betreute Wohnungen.

Große regionale Unterschiede

Fakt ist aber auch: Zwischen den einzelnen Städten finden sich erhebliche Unterschiede. Während in Frankfurt am Main auf 100 Einwohner über 70 Jahren 10,5 Betreute Wohnungen kommen und damit der errechneten Bedarf sogar übertroffen wird, sind es im Schlusslicht Mönchengladbach nur 0,6 – das entspricht rechnerisch einem Defizit von über 2.500 Betreuten Wohnungen. Auch die anderen vier der fünf Letztplatzierten (Gelsenkirchen, Duisburg, Wuppertal und Bochum) liegen in Nordrhein-Westfalen. In absoluten Zahlen bildet Berlin den Abschluss. Zwar bietet die Hauptstadt mit 4,6 Betreuten Wohnungen pro 100 Einwohner über 70 Jahre eine leicht überdurchschnittliche Versorgungsquote. Das bestehende Defizit übersetzt sich jedoch in Berlin aufgrund der hohen Einwohnerzahl rechnerisch in über 12.000 Betreute Wohnungen, die momentan fehlen.

Kommunen im Zugzwang

Die Kommunen müssten nun die Weichen stellen, um den Mangel an Betreuten Wohnungen auszugleichen und sich auf den steigenden Bedarf vorzubereiten. Dafür stehen ihnen verschiedene Instrumente zur Verfügung, von den städtischen Wohnungsbaugesellschaften über Auflagen bei der Vergabe von Baugrundstücken aus kommunalem Besitz bis hin zur Priorisierung von Baugenehmigungen für barrierefreie Wohnungen. Einige Kommunen haben bereits damit begonnen, auf diese Entwicklung zu reagieren. Andere ignorieren das Problem noch. Daran ist auch die bisherige Intransparenz der Versorgungslage schuld. Das hat sich mit der Terragon-Studie nun geändert. Zudem bietet das Portal „Wegweiser Betreutes Wohnen“ einen zuverlässigen und aktuellen Überblick über das Angebot in den 500 größten Städten und Gemeinden Deutschlands. Die Informationen sind also vorhanden; nun ist es an den Kommunen zu handeln.


02.07.2016 Blogbeitrag - Pflegeheimbau

Deutschland braucht mehr Pflegeheime

Der Bedarf an Pflegeheimplätzen in Deutschland wird mindestens bis zum Jahr 2060 deutlich ansteigen. Für das Jahr 2030 werden 3,6 Millionen pflegebedürftige Menschen erwartet – circa ein Drittel von ihnen wird stationäre Pflege in einem Pflegeheim benötigen. Mit den momentan vorhandenen rund 900.000 Pflegeplätzen lässt sich diese Nachfrage nicht decken.

Vor allem Ballungszentren sind betroffen

Besonders in den Ballungszentren wird es einen Mangel an Pflegeplätzen geben. Zu diesem Schluss kommt der Pflegeheim-Atlas von Wüest & Partner und Ottenströer. Allein in Berlin werden bis 2030 mehr als 11.800 Plätze fehlen. Auch in den anderen Großstädten wird es eng werden. Zudem werden einige Einrichtungen schließen müssen, noch bevor der Pflegeplatzmangel seinen eigentlichen Gipfel erreicht hat– sei es aufgrund von überalterter Bausubstanz oder neuen Regulierungen, die einen Umbau zu teuer machen, oder weil die Betriebsgröße oder Lage die Einrichtungen unwirtschaftlich machen.

Häusliche Pflege kann den Bedarfsanstieg nicht auffangen

Zwar soll die häusliche Pflege dem Wahlspruch „ambulant vor stationär“ entsprechend gestärkt werden, doch auch hier hinkt die tatsächliche Entwicklung dem steigenden Bedarf hinterher. Es stehen zu wenig barrierefreie Wohnungen zur Verfügung, und der Umbau vorhandener Wohnungen ist kostspielig. Zusammen mit dem Mangel an gut ausgestatteten Pflegeheimplätzen führt diese Ausgangssituation schnell zu einer erhöhten Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Unterversorgung und der Zwang, in abgewirtschaftete Pflegeheime zu gehen, in denen noch dazu das Personal fehlt, sind schlechte Voraussetzungen für einen schönen und menschenwürdigen Lebensabend.

Wo Unterversorgung herrscht, ist der Bau besonders teuer

Alles in allem werden deshalb bis zum Jahr 2030 – je nach Szenario – zwischen 170.000 und 300.000 neue Pflegeheimplätze benötigt. Diese werden aber unter den gegenwärtigen Marktbedingungen nicht gebaut– zumindest nicht dort, wo sie gebraucht werden, nämlich in den Großstädten. Denn in den Ballungszentren sind Grundstücke kostspielig. Dadurch wird die Kalkulation für die meisten Investoren schnell zu eng. Eine Möglichkeit, dem Problem zu begegnen, sind Aufteilergeschäfte. Die Käufer von Teileigentum nehmen oft eine niedrigere Marge in Kauf, sodass mehr finanzieller Spielraum bleibt. Andere Investoren weichen an den Stadtrand aus, wo Grundstücke günstiger sind. Um den steigenden Bedarf an Pflegeplätzen zu decken, darf die Politik jedoch nicht die stationäre Pflege austrocknen, ohne ausreichende Alternativen zu schaffen.

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